Die Entscheidung für eine Operation fällt prinzipiell niemandem leicht. Selbst bei „Routineeingriffen” muss man ein gewisses Risiko bedenken, das bei keinem chirurgischen Eingriff unter Narkose entfällt. Zudem ist man als Tierbesitzer oft verunsichert: Muss diese Operation unbedingt sein?

Mein Tipp:

Informieren Sie sich ausgiebig über die Notwendigkeit eines solchen Eingriffs und überlegen und entscheiden SIE in Ruhe! Ich helfe Ihnen gerne mit meiner fachlichen Kompetenz! Nachfolgend sind kurz Vorteile und mögliche Folgen der Kastration für die Katze aufgeführt. Ich berate Sie gerne ausführlich!

Vorteile einer Kastration bei Katzen

  • Tierschutz (Eine Katze und ihre folgenden Generationen bringen es in fünf Jahren auf ca. 13000 Katzen!!!*)
  • Kastrierte Katzen werden doppelt so alt
  • Kastrierte Kater markieren nicht mehr
  • Kastrierte Tiere leben stressfreier

* nach KRAFT W., DANCKERT D., Development of life spam in a cat population, Kleintierpraxis 1997, 42:21-28, Geburtshilfe, Gynäkologie, Andrologie Teil 3-Gynäkologie, Mai 2001

Mögliche Folgen einer Kastration bei Katzen

  • Übergewicht (siehe Ernährung)
  • Harnsteine
  • Diabetes Mellitus (infolge des Übergewichts)

Der richtige Zeitpunkt (für eine Kastration eines Hundes oder einer Katze)

Generell sollte der Eintritt der Geschlechtsreife abgewartet werden, das heißt Kastration erst nach der ersten Rolligkeit.

Weibliche Katzen kann man auch während der Rolligkeit kastrieren, wer schon einmal neben einer rolligen Katze schlafen musste, wird sich darüber freuen. Die Geschlechtsreife tritt bei Katzen mit circa 6-10 Monaten ein, Kater werden mit circa 8-10 Monaten geschlechtsreif.

Im Gegensatz zur Katze ist bei der Hündin der Zeitpunkt der Kastration im Zyklus extrem wichtig. Richtig ist die Kastration im Anöstrus (circa drei Monate nach der letzten Läufigkeit).

Wird zu früh nach einer Läufigkeit operiert, ist die Gebärmutter noch sehr stark durchblutet und die Gefahr einer Nachblutung höher. Außerdem kann bei falschem Kastrationszeitpunkt eine Scheinträchtigkeit ausgelöst bzw. eine bestehende Scheinträchtigkeit kompliziert werden.

Ovariohysterektomie

So bezeichnet man die Entfernung von Eierstöcken und Gebärmutter. Ich empfehle die Ovariohysterektomie, da hiermit keine pathologischen Veränderungen der Gebärmutter auftreten.

Belässt man hingegen die Gebärmutter und entfernt nur die Eierstöcke, so kann das Risiko einer eitrigen Gebärmutterentzündung nicht vollständig ausgeschlossen werden, vor allem wenn die Hündin später einmal mit Östrogenen (z.B. bei Harninkontinenz) behandelt werden sollte.

Alter der Hündin zum Zeitpunkt der Kastration

Etwa 25% aller nicht kastrierten Hündinnen entwickeln irgendwann Mammatumoren. Durch Kastration vor der zweiten Läufigkeit wird dieses Risiko auf etwa 10% reduziert, durch Kastration vor der ersten Läufigkeit wird es noch weiter reduziert.

Vorsicht vor zu früher Kastration!

  • Wird vor Abschluss des Wachstums operiert, verzögert sich der Schluss der Epiphysenfugen, das heißt, die Hündin wird größer und entspricht möglicherweise nicht mehr dem gewünschten Rassetyp!
  • Bei zu früher Kastration bleibt die Vagina und Vulva unvollständig ausgebildet und bedingt eventuelle Probleme mit Scheidenentzündungen, die bei unkastrierten Hündinnen nach der Pubertät meist spontan abheilen.
  • Abhängig vom Alter des Tieres zum Zeitpunkt der Kastration besteht bei kastrierten Hündinnen das Risiko einer Harninkontinenz. Hündinnen, die vor der ersten Läufigkeit kastriert wurden, werden eher inkontinent als solche, bei denen man die erste Läufigkeit abgewartet hat. Was eine mögliche Gewichtszunahme betrifft, so neigen kastrierte Hündinnen eher zu besserem Verwerten von Futter, neigen also leichter zu Übergewicht als unkastrierte Tiere. Dies ist jedoch durch korrekte Fütterung leicht in den Griff zu bekommen.

Sollten Sie Fragen haben, was Zeitpunkt, Notwendigkeit, Ablauf etc. einer Kastration bei Hund und Katze betrifft, so helfen ich Ihnen gerne weiter!

Frühkastration

Eine so genannte „Frühkastration” ist eine Kastration zwischen der 6.-14. Lebenswoche. Diese wird jedoch von mir abgelehnt, da die Nachteile gravierend sind (Stress, fehlender Impfschutz, Gefahr des Auftretens so genannter „Kinderkrankheiten”).

Kastration vs. Sterilisation

Kastration nennt man die Entfernung der Keimdrüsen. Das sind bei männlichen Tieren die Hoden, bei weiblichen Tieren die Eierstöcke. Als Sterilisation bezeichnet man die Unterbindung der Samen- bzw. der Eileiter.

Üblicherweise werden also sowohl männliche als auch weibliche Tiere kastriert! Die Sterilisation wird bei Fleischfressern im Allgemeinen nicht (mehr) durchgeführt.